Ein Muster, das seit Jahren die Leichtigkeit im Beruf nahm, greift nicht mehr. Die Suche nach Bestätigung bei ihren Auftritten löste sich auf und sie kann wieder frei sprechen.
Maresa arbeitet mit Menschen. Sie ist Sängerin und Trauerrednerin. Ihr Beruf lebt von Nähe und von Emotionen und genau das war das Problem. Sie bekam den Beruf nicht mehr aus dem Privatleben heraus. Es vermischte sich gegen ihren Willen.
Sie hatte es selbst versucht. Sie kam nicht dahinter und fand keine Lösung. Mit diesem Rucksack kam sie zu mir.
Wir haben eine Stunde gearbeitet und haben uns an die Muster hinter dieser Vermischung angenähert. Schnell stellte sich heraus, dass sie alte Erwartungshaltungen aus ihrer eigenen Geschichte in die Arbeit mit ihren Kunden hineininterpretierte und damit so blockiert und eingeschüchtert war wie damals vor vielen Jahren. Wir arbeiteten daran, was es damals wirklich gebraucht hätte, um nicht bis heute auf Bestätigung zu warten, und konnten es schnell lösen.
Es ist immer wieder beeindruckend, warum solche Muster über Jahrzehnte still sind und dann plötzlich anfangen, sich zu melden und bearbeitet werden zu wollen.
Ihr Blick entspannte sich, und Vergangenheit und Gegenwart trennten sich wieder auf eine gute Weise. Das war der öffnende Moment. Der Prozess war angestoßen, und es brauchte keine Hausaufgaben oder Übungen, denn die Integration passierte direkt in unserer Arbeit.
Zwei Wochen später stand sie wieder in genau der Situation, die sie sonst mitgenommen hätte. Und es war weg. Nicht bearbeitet, nicht mit einer Technik in Schach gehalten. Aufgelöst.
Maresa hatte sich mit ihrem Thema schon intensiv auseinandergesetzt und konnte gut benennen, was ihr in dem Moment widerfährt. Sie hatte Zugang zu ihren Emotionen, so kamen wir schnell auf den Punkt, worum es ging, und konnten die Integrationsarbeit in einer Stunde machen. Das kommt vor, gerade bei Menschen mit einem guten Zugang zu sich. Meistens braucht es länger. Die klärung. gibt dafür den Rahmen: Auch wenn es schnell geht, sichern die übrigen Sitzungen, dass der Alltag nachzieht.
Sie sagt, sie könne es bis heute schwer in Worte fassen. Das ist keine Schwäche der Beschreibung. So fühlt es sich an, wenn ein Muster nicht mehr greift: Man merkt es daran, dass etwas nicht passiert.
„Es war wie weggeblasen. Der Knoten hat sich gelöst, und ich kann bis heute schwer in Worte fassen, wie.“
Maresa Freda Matzek · Sängerin und Trauerrednerin